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Die Schlacht am Atbara fand am 8. April 1898 am Zusammenfluss von Nil und Atbara zwischen einer britisch-ägyptischen Armee und 15.000 sudanesischen Aufständischen, im Zuge der Niederschlagung des Mahdi-Aufstandes, statt.
Bearbeiten VorgeschichteIm Sudan begann 1881 der Mahdi-Aufstand und fand 1885 mit der Eroberung Khartums seinen Höhepunkt. Seit seiner Ernennung zum Sirdar (Oberbefehlshaber) der ägyptischen Armee 1892 hatte Horatio Herbert Kitchener an der Vorbereitung der ägyptischen Armee zur Rückeroberung Sudans gearbeitet. 1896 wurde schließlich die Anglo-Egyptian Nile Expeditionary Force in Marsch gesetzt. In der so genannten Dongola-Expedition wurde zuerst die nördliche Provinz Sudans besetzt und die logistische Voraussetzung eines Feldzugs nach Süden geschaffen. Nachdem das Problem der langen Nachschubwege behoben war, indem die Gleise der sudanesischen Bahn im großen Nilbogen wiederhergestellt worden waren, konnte die anglo-ägyptische Armee vorrücken. Von 1897 bis 1898 marschierte sie im Nil-Feldzug weiter nach Süden. Bearbeiten VerlaufKalif Abdallahi ibn Muhammad, der Nachfolger des Mahdi, beorderte Emir Mahmud Ahmad und seine 15.000 Mann starke Armee aus dem Westsudan nordwärts zum Zusammenfluss von Nil und Atbara, um die britisch-ägyptische Armee unter Kitchener anzugreifen. Am 20. März 1898 lagerte Mahmud Ahmad mit einer Gruppe von Osman Dignas Derwischkriegern 50 Kilometer entfernt vom britisch-ägyptischen Lager bei Nil und Atbara. Als Kitchener die Nachricht erhielt, die Mahdisten seien auf dem Marsch, befahl er der ägyptischen Armee, sich bei Barbar zu sammeln. Ende Januar wurde diese durch eine per Eisenbahn herangeführte britische Brigade verstärkt und an der Mündung des Atbara postiert. Mahmud Ahmad überquerte Mitte Februar den Nil und marschierte auf Barbar zu, um die Stadt zu erobern. Kitchener zog seine Truppen zusammen und verlegte sie ein wenig nach Norden in eine befestigte Stellung um das Dorf Kunur. Am 19. März setzte sich Mahmud Ahmad mit 20.000 Mann, einschließlich Frauen und Kinder, Richtung Atbara in Marsch und erreichte den ausgetrockneten Fluss bei Nakheila. Kitchener verlegte wieder, diesmal nach Ras el Hudi, 16 Kilometer näher am Feind. Derweil waren die Mahdisten unentschlossen über ihr weiteres Vorgehen, da Kitcheners Streitmacht den einzig möglichen Weg nach Barbar blockierte. Sie hatten eine „Zariba“ (eine Brustwehr aus Dornenbüschen) um ihr Lager errichtet. Zwei Wochen beobachteten beide Seiten einander. Eine britische Flottille landete bei Shendi, gegenüber Metemma, und nahm einige Frauen gefangen, die von Mahmud Ahmad dort zurückgelassen worden waren. Hierauf desertierten viele Mahdi-Krieger, um nach ihren Frauen zu sehen.[1] Nachdem sich Kitchener zum Angriff entschieden hatte, verlegte er am 4. April nochmals acht Kilometer näher an den Feind. Am 6. April verlegte die anglo-ägyptische Streitmacht ein letztes Mal näher an die Mahdisten. Nur noch elf Kilometer Luftlinie trennte sie von den Mahdisten. Um 01:00 am Morgen des 8. April marschierten Kitcheners Truppen in ihre Angriffsstellungen. Auf der linken Seite stand die britische Brigade, geführt von William Gatacre, dazwischen eine Batterie Artillerie, dann im Zentrum die Brigade von Hector Archibald MacDonald und auf der rechten Seite die von John Grenfell Maxwell (drei Bataillone in Linie), an dessen rechter Flanke die Artillerie aufgestellt war. Lewis Brigade stand hinter den britischen Truppen von Gatacre mit dem Camel Corps an ihrer Linken. Die ägyptische Kavallerie deckte in fünf Kilometern Entfernung die äußerste linke Flanke. Die Brigaden von MacDonald, Maxwell und Lewis gehörten zur ägyptischen Division von William Gatacre und bestanden aus sudanesischen und ägyptischen Bataillonen.[2] Weiterhin verfügte Kitchener über eine Batterie Maxim-Maschinengewehre und eine Raketenabteilung unter dem Befehl des späteren Admirals David Beatty. Um 06:00 Uhr morgens ging die anglo-ägyptische Armee nach einer kurzen Vorbereitung des Angriffs durch Artilleriefeuer auf das gegnerische Lager zum Angriff über. Bereits nach kurzer Zeit hatten die Soldaten das Lager erreicht und waren in Nahkämpfe verwickelt. Nach einer Stunde hatten sich Kitcheners Soldaten bis zum Fluss am anderen Ende des Lagers durchgekämpft und Osman Digna führte einige tausend Aufständische in einem Rückzug in südlicher Richtung, während der Großteil der Mahdisten getötet oder gefangen genommen wurde. Unter den Gefangenen war auch Mahmud Ahmad, der von loyal gebliebenen sudanesischen Truppen gestellt worden war. Die Schlacht am Atbara war ein Wendepunkt in der Eroberung des Sudan durch Ägypter und Briten. Kitchener selbst betrachtete sie als Wendepunkt in seiner Karriere.[3] Bearbeiten Fußnoten
Bearbeiten Literatur
Bearbeiten Weblinks
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